ECS

Wil (SG)

Stadtbus Wil

Seit Mitte Februar 1996 verkehren innerhalb des Stadtbusbetriebes zwei Elektrobusse im gestaffelten Einsatz von je viereinhalb Stunden im Morgen- und Abendverkehr. Die ortsansässige Firma Larag hat die Umrüstung der Mercedes-Dieselbusse des Typs Mercedes 0 City 100 auf Elektroantrieb vorgenommen und besorgt auch den Unterhalt und die Wartung der Fahrzeuge.

Im Vergleich zu den baugleichen Dieselbussen legen sie mit der gleichen Energiemenge die 2,6-fache Strecke zurück. Diese Verbrauchswerte sind nicht nur auf die grundsätzlich höhere Energieeffizienz des Elektromotors zurückzuführen, sondern auch auf die Energierückgewinnung (Rekuperation) beim Bremsen und Bergabfahren. Überrascht hat zudem, dass die Elektrobusse auf allen sieben Stadtbuslinien eingesetzt werden können und auch die teils massiven Steigungen im nördlichen Stadtteil problemlos bewältigen. Passagiere und Chauffeure äussern sich vor allem in bezug auf den Fahrkomfort der beiden Elektrobusse sehr positiv.

Der Wiler Elektrobus hat bis Mitte 1997 bereits über 60000 km im Linienbetrieb zurückgelegt, zur vollen Zufriedenheit von Fahrgästen und Chauffeuren

Technische Daten des Wiler Elektrobusses:

- Sitzplätze: 14
- Stehplätze: 12
- Antrieb: 2 Permanent-Synchronmotoren
- Batterietyp: NaNiCl2 (AEG)
- Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
- Reichweite: 60-80 km
- Verbrauch: ca. 100 kWh/1 00 km

Als zweites Teilprojekt im Rahmen der LEM-Partnerschaft hat die Stadt Wil im November 1996 in einem privaten Ingenieurbüro eine LEM-Beratungsstelle eingerichtet. Sie soll dazu beitragen, dass künftig noch mehr Tätigkeiten rund um das Thema LEM gefördert werden. Als Informationsdrehscheibe bietet sie ihre Dienste den Anbietern, den Behörden und der Bevölkerung an.

Josef Hartmann, Stadtammann von Wil

«Die beiden Wiler LEM-Projekte sind Ausdruck einer städtischen Verkehrspolitik, welche auch den Forderungen und Anliegen einer vernünftigen und zukunftsorientierten Umwelt- und Energiepolitik gebührend Rechnung trägt. Eine Politik, die den Anspruch erhebt, ganzheitlich zu sein, muss sich mit den Möglichkeiten von Leicht-Elektromobilen und von Fahrzeugen, die mit Alternativenergien betrieben werden, auseinandersetzen.

Um der LEM-Idee letztlich aber zum Durchbruch zu verhelfen, wird es zwingend nötig sein, die LEM im Vergleich mit herkömmlichen Fahrzeugen zu konkurrenzfähigen Preisen auf dem Markt anzubieten.»