Transeuropean gestartet
Am Samstag, 3. Oktober nahmen in Brüssel 18 Elektrofahrzeuge
die rund 1400 Kilometer lange Strecke der Transeuropean unter
die Räder. Die Demonstrationsfahrt durch sieben Länder
verbindet drei Elektromobil-Grossanlässe, nämlich das
Electric Vehicle Symposium vom 29. September bis 3. Oktober in
Brüssel, die ExpoVEL in Mendrisio vom 9. bis 11. Oktober
und das internationale Elektromobil-Rendez-vous vom 15. bis 19.
Oktober in Monte Carlo mit Ausstellung, Forum und der Rallye Monte
Carlo für Elektromobile.
Das Teilnehmerfeld der Transeuropean ist bunt gemischt: Es beginnt
mit einer Gruppe italienischer Studenten, die mit zwei Elektro-Bikes,
einem Elektroroller sowie zwei dreirädrigen Vehikel mit Pedal-
und Zusatz-Elektroantrieb an den Start gingen, umfasst ferner
das bekannte Twike, mehrere Peugeot 106 und Citroën Saxo
électrique, einen Ligier-Optimax, einen Renault Express,
einen Mini Comminication mit Ni/Cd-Batterien, einen Honda EV plus
und schliesslich einen Vito mit Zebra-Batterien.
3. Oktober: Brüssel - Namur
Nach dem Start im 1-Minuten-Abstand vor dem Ausstellungsgelände
Heysel in Brüssel mussten sich die einzelnen Fahrzeuge anhand
des Road-Books selbst den Weg durch Brüssel und dann weiter
Richtung Namur im Süden von Brüssel suchen. Bei etlichen
Teams gab es dabei erste Schwierigkeiten und Umwegfahrten. Unterwegs
warfen dann die hügeligen Strassen in den Ardennen manche
Energieberechnung über den Haufen und brachten auch Fahrzeuge,
für die die 66 Kilometer lange Strecke normalerweise keine
besondere Herausforderung darstellt, an an die Grenze der Batteriekapazität.
Wenn auch etwas später als vorgesehen erreichten schliesslich
doch alle Teilnehmer den Etappenort Namur, wo das Elektrizitätsunternehmen
Elektrabel die Fahrzeuge mit Strom und die Fahrerinnen und Fahrer
mit einem herzlichen Imbiss bestens versorgte.
Namur
4. Oktober: Namur - Marche - Bastogne - Luxembourg
Trotz ausgesprochen kaltem Wetter mit zeitweisem Nieselregen
fand die Fahrt in bester Stimmung am Sonntagmorgen ihre Fortsetzung.
Wiederum zehrten die hügeligen Strassen an den Energievorräten,
sodass die meisten Teilnehmer von den eingeschalteten Ladestops
Gebrauch machten: Das Kleinstädtchen Marche-en-Famenne war
zwar noch recht ausgestorben, vermittelte aber doch einen ersten
Eindruck von seinem malerischen Charme. Im zweiten Etappenhalt
in Bastonge unmittelbar bei einem als Denkmal an die Ardennenschlacht
ausgestellten US-Panzer fand sich dann aber zahlreiche Zuschauer
ein, die die Elektrofahrzeuge ausgiebig bestaunten.
Das Ziel des Tages bildet Luxembourg, wo die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer von den Verkehrsbetrieben, dem Elektrizitätsunternehmen
und der Energieagentur aufs herzlichste willkommen geheissen wurden:
Sie hatten Gelegenheit, das äusserst sehenswerte Tram-Museum
mit zahlreichen Objekten, zum Teil aus dem vorigen Jahrhundert,
zu besichtigen und wurden anschliessend im Tramdepot mit Luxemburgischen
Spezialitäten verwöhnt. Besonders interessant war auch
die Fahrt und Besichtigung eines der drei in Luxembourg mit gutem
Erfolg eingesetzten Hybrid-Busse. Angeregte Gespräche unter
den Teilnehmern aus den verschiedenen Ländern und mit den
Gastgebern rundeten den angenehmen Abend ab.
Luxembourg
5. Oktober: Luxembourg - Metz - St. Avold - Saarbrücken
Der dritte Reisetag begann mit einem Empfang im Rathaus in Luxembourg,
wo den Teilnehmern die besten Wünsche für die weitere
Fahrt mit auf den Weg gegeben wurden.
Die Fahrt führte anschliessend nach Metz, der Hauptstadt
der Region Lorraine, wo die Fahrzeuge von zahlreichen Elektromobilen,
die bei verschiedenen Behörden von Metz im Dienst stehen,
und die Fahrerinnen und Fahrer von einer Delegation des Stadtrates
willkommen geheissen wurden. Auf der Weiterfahrt mit einem kurzen
Zwischenhalt in St. Avold zeigte sich dann sogar ein wenig Sonne.
In Saarbrücken, einer der beiden Citelec-Städte Deutschlands,
wurden die Teilnehmer ebenfalls bei einem Empfang im historischen
Festsaal des Rathauses aufs herzlichste willkommen geheissen.
6. Oktober: Saarbrücken - Saverne - Strasbourg
Nach einer für manche Teilnehmer kurzen Nacht wurden am
frühen Morgen alle Fahrzeuge malerisch vor dem Kongresszentrum
in Saarbrücken aufgestellt und punkt 10.00 Uhr gab dann der
Saarbrücker Bürgermeister persönlich das Startzeichen.
Die Fahrt führte über anspruchsvolle 84 Kilometer nach
Saverne, wo zahlreiche Teilnehmer trotz einsetzendem Dauerregen
die Möglichkeit zur Besichtigung des Schiffshebewerks benutzten.
Zum Einrichten der Ladestation musste etwas improvisiert werden,
dennoch konnten in der rund dreistündigen Mittagspause alle
Fahrzeuge mit genügend Strom für die Weiterfahrt versorgt
werden.
Saarbrücken
Im Etappenziel Strassbourg legten zahlreiche Teilnehmer eine
Ehrenrunde ein, bis der erste Sammelplatz auf dem Place de l'Etoile
gefunden war. Nach einem Empfang im Rathaus, bei dem die Fahrerinnen
und Fahrer u.a. vom Präsidenten der Citelec begrüsst
wurden, und nach der Weiterfahrt zur Ladestation bei der Electricité
de Strasbourg konnten die Teilnehmer dann per Bus zum etwas ausserhalb
gelegenen Hotel transportiert werden in der Stadt selbst waren
alle Hotels von den Europaparlamentariern belegt. Den Abschluss
des Tages bildete die Einladung der Staadt und der Electricité
de Strasbourg zum Nachtessen mit Original elsässischem Sauerkraut.
Saverne
7. Oktober: Strasbourg - Colmar - Basel
Zum offiziellen Start in Strasbourg verschoben sich die Fahrzeuge
in Kolonnenfahrt zum Place Kleber im Zentrum der Stadt, wo sie
noch während einer Stunde von Interessenten bestaunt wurden.
Die erste Teiletappe des Tages führte dann über lange
82 Kilometer durchs Elsass, war aber topfeben und konnte von allen
Teilnehmern gut bewältigt werden. Zum Ladehalt in Colmar
wurden die Fahrzeuge wieder direkt im Zentrum aufgestellt, wo
sich zahlreiche Interessenten im Detail über die neue Technik
informieren liessen. Auch die Stadt Colmar liess es sich nicht
nehmen, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem Empfang ins
Rathaus einzuladen.
Von Colmar ging es dann weitere rund 80 Kilometer bis nach
Basel. Das Etappenziel Hilton beim Bahnhof SBB konnte wegen eines
enormen Verkehrsstaus in der Stadt nur mit Schwierigkeiten angefahren
werden, um so einfacher war der Anschluss der Ladestation, da
das Hilten bereits über eine bestens eingerichtete Infrastruktur
verfügt inkl. permanente Ladestation mit Solarstromeinspeisung,
die aber natürlich für die zahlreichen Teilnehmer der
Transeuropean nicht ausreichte.
Am Abend waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum
Apéro und Nachtessen in die Grossversuchs-Partnergemeinde
Muttenz eingeladen, wo sie auch Gelegenheit hatten, mit Elektromobilfahrern
aus der Region zusammenkamen und fachsimpeln und Erfahrungen austauschen
konnten. In einer humorvollen Ansprache wünschte der Gemeindepräsident
von Muttenz, Eros Toscanelli, dem ganzen Team eine erfolgreiche
Weiterfahrt. Auch der Gemeindepräsident der zweiten Basler
Partnergemeinde, Riehen, war mit einigen Vertretern seiner Gemeinde
anwesend.
8. Oktober: Basel - Olten - Luzern - Altdorf
"Wieviele Höhenmeter sind es nun genau von Altdorf
bis Göschenen?", "Die Leventina hinunter werden
wir wohl schon eher 30% der Energie rekuperieren können und
nicht nur 20%." "Wieviel Schnee hat es wohl auf dem
Gotthard?" Beim Nachtessen in Altdorf domonierte der Blick
nach vorne auf die kommende "Königsetappe" über
den Gotthard und nicht der Tagesrückblick. Die 6. Etappe
von Basel in die Zentralschweiz war ja auch eine eher ruhige.
Nur am Morgen beim Kaffee-, Gipfeli-, Laugenbrötchen- und
Strom-Halt in Olten wollten die zahlreichen lokalen Besucherinnen
und Besucher einiges zu den Fahrzeugen und der Fahrt wissen. Empfangen
wurde Tross hier vom Oltner Stadtrat Jost Bitterli sowie dem Stadpräsidenten
und der Gemeinderatspräsidentin. Mehrere Medienvertreter
nahmen an der kleinen Pressekonferenz teil und folgten interessiert
den Ausführungen von Gemeinderat Bitterli, ECS-Präsident
Wilfried Blum und Citelec-Direktor Peter van den Bossche. Dank
der hervorragenden Organisation der Städtischen Betriebe
Olten konnten die Gäste auch einzelne Elektrofahrzeuge probefahren.
Auf besondere Beachtung gestossen sind die beiden Toyota Prius,
die für alle unerwarteterweise ebenfalls für eine kurze
Schnupperfahrt zur Verfügung standen. Bei diesem herzlichen
Empfang verziehen es alle den lokalen Organisatoren, dass die
Stromversorgung bald überfordert war.
Olten
Die Passfahrt über den Hauenstein vor Olten und die Fahrt
das Wiggertal hinauf und dem Sempachersee entlang nach Luzern
strapazierte die Energiereservern ohnehin nicht besonders stark.
Im Verkehrshaus der Schweiz ging dann alles routinemässig
von sich. Schliesslich sind die Elektrofahrzeuge hier schon bald
"Stammgäste" und ebenso oft wie gerne gesehen.
Verkehrshaus
Luzern
Nach der offiziellen Medienorientierung und nachdem das Lokalfernsehen
Tele Tell seine Aufnahmen von Fahreren und einer kurzen Twike-Fahrt
gemacht und das Radio Suisse Romande auf Tonband festgehalten
hatte, dass man in einem Elektromobil beim Fahren nichts hört,
konnten sich die Teilnehmer nach eigenem Programm verweilen: mit
einem Stadtbesuch, einem Spaziergang dem See entlang oder natürlich
der Besichtigung der beiden fast hundertjährigen "Ahnen"
im Museum, den beiden Elektrofahrzeugen der Schweizer Firma Tribelhorn.
Mehrere Fahrer nutzten aber auch die Gunst der Stunde für
ein kleines Nickerchen in ihren Fahrzeugen und liessen sich dabei
nicht von den vielen neugierigen Museumsbesuchern stören.
Ausgeruht und locker ging es nach 17.30 Uhr dem Vierwaldstädtersee
entlang weiter bis ans Etappenziel in Altdorf.
9. Oktober: Altdorf - Göschenen - Bellinzona - Mendrisio
Das Werweissen und Berechnen scheint sich gelohnt zu haben. Jedenfalls
konnten alle Teilnehmer photographiert werden, wie sie die Gotthard
Passhöhe überquerten, bei dickem oder leichtem Nebel,
vielen oder wenigen Schneeflocken, vom ersten Vito bis zum letzten
Bike. Eben, nur das Wetter liess auf dem höchsten Punkt der
Fahrt zu wünschen übrig.
Gotthard
Zumindest verwandelte die Sonne das Urner Tal in eine Postkarten-Herbstlandschaft,
die in Göschenen genossen werden konnte, bis die Batterien
wieder mit Energie geladen waren. Das Elektrizitätswerk Göschenen
empfing die Transeuropean mit Kaffee und Gipfeli. Die meisten
Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, den Energielieferanten ihrer
Fahrzeuge, das Kraftwerk, zu besichtigen. Erneut versammelt waren
die Fahrzeuge erst wieder in Belinzona auf der grünen aber
wassergetränkten Wiese. Hier konnten die frischen Eindrücke
von der genussvollen Fahrt durch die imposante Bergwelt ausgetauscht
werden. Auch Zeit für eine kleine Stadtbesichtigung mit oder
ohne Restaurant-Besuch blieb noch, bevor die Fahrt weiter ging.
So schnell wie möglich nach Mendrisio zu kommen, hiess die
Aufgabe nun. Der Freitag-Abendstau in Lugano, verstärkt durch
einen Verkehrsunfall, liess die Übung zu einem Geduldstest
werden. Dank verständnisvollem Warten in Mendrisio waren
dann doch alle Teilnehmer der Transeuropean im Mercato Coperto
versammelt zur offiziellen Begrüssung und Eröffnung
der nächsten Elektromobil-Ausstellung, der ExpoVEL. Mit dem
Gemeindepräsidenten von Mendrisio, Carlo Croci, dem Dirketor
des Bundesamtes für Energie, Eduard Kiener, Gaston Maggetto
von der Avere und Citelec-Präsident Robert Schaal und weiteren
Referenten erhielt der Anlass ein besonderes Gewicht.
Mendrisio
10. Oktober: Mendrisio
Die Fahrerinnen und Fahrer konnten sich auf einen ruhigen Tag
freuen, der Zeit liess, Mendrisio und die ExpoVEL zu besuchen.
Etwas anspruchsvoller war das Programm für die Fahrzeuge,
die den Tessiner Journalisten für Probefahrten zur Verfügung
standen. Am Abend besammelten sich alle wieder vor dem Mercato
Coperto zum Geschicklichkeitsfahren. Den Höhepunkt des Tages
setzte eine vom InfoVEL gestiftete Fahrt mit einem von einer Dampflock
gezogenen Zug bis zur italienischen Grenze und wieder zurück,
während welcher das Nachtessen in einer speziellen Ambiance
genossen werden konnte. Und der Abend wurde zur Abwechslung nicht
einmal allzu lange.
11. Oktober: Mendrisio - Como - Cantù - Mendrisio
Dies war gut so, denn am Sonntag besammelten sich alle wieder
frühzeitig zur Rundfahrt in die benachbarte Lombardei. Bereits
nach der Überquerung der nahen Grenze leitete eine Polizeieskorte
die Transeuropean zur Piazza Cavur im Herzen von Como. Hier fand
die Ankunft des Marathon statt, zu welchem Anlass die Fahrzeuge
der Transeuropean zusammen mit Elektrofahrzeugen der Gemeinde
Como inklusive einem Elektrobus ausgestellt waren.Vor dem Lunch-Buffet
hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, die Sonne am Seeufer zu
geniessen. Nach all dem kühlen und nassen Wetter war dies
eine äussert willkommene Abwechslung.
Nach dem Mittagessen rollte die Fahrzeugkaravane nach Cantù,
wo sie eine Stunde lang auf der Piazza Garibaldi von den zahlreich
erschienen Interssierten bestaunt werden konnten. Zurück
in der Schweiz schloss ein weiteres Geschicklichkeitsfahren den
Ausflug ab. Beim Nachtessen in einem Grotto in Mendrisio bei Polenta
und typischen Zugaben erfuhren die Teilnehmer, dass es am Morgen
wieder frühzeiztig weiter geht.
12. Oktober: Mendrisio - Novara - Torino
Fahrer und Fahrzeuge verabschiedeten sich frühzeitig von
Chiasso und Mendrisio ,um bereits nach wenigen Kilometern in Gaggiolo
die italienische Grenze zu überqueren. Dank der Vorankündigung
vergnügten sich die Zöllner damit, die geräuschlos
vorbeirollende Autokollone zu bestaunen und nur ausnahmsweise
auch noch einen Blick auf die bereitgehaltenen Ausweise zu werfen.Kreuz
und quer führte die Route im Piedmont durch kleine Dörfer
und Städtchen, über Felder und Täler hinunter und
hinauf bis nach Novara, dem ersten Ladehalt dieser Etappe. Mit
Polizeieskorte ging es vom Stadtrand direkt und problemlos auf
die Piazza Puccini, wo die ENEL an malerischer Stelle eine Lademöglichkeit
installiert hatte.Während drei Stunden konnten die Batterien
geladen, die leeren Magen gefüllt, die Altstadt besichtigt
und die Sonne genossen werden.
Dass die Batterien ganz voll waren, war wichtig.Schliesslich stand
mit 100 Kilometern die längste Strecke der ganzen Transeuropean
auf dem Programm. Zwischen den Reisfeldern des Piedmont ging es
in friedlichem Tempo zu einem kleinen Zwischenhalt mit Laden nach
Chivasso rund 25 km vor Turin. Allerdings machten nicht alle von
dieser zusätzlichen Lademöglichkeit Gebrauch. Mehrere
Fahrzeuge erreichten das Zentrum von Turin ohne zusätzliche
Energie. Vereinzelt wurde nicht einmal der Halt in Novara für
ene vollständige Ladung benutzt. Mitten in Turin empfangen
wurde die Gruppe bereits beim Eindunkeln auf der imposanten Piazza
Vittorio Veneto, gleich anschliessend an die 20 Ladestationen
für die Elektro-Mietautos der Stadt. Dieses automatisierte
Mietsystem, von welchem Stadtangestellte und andere ausgewählte
Interessierte für Fahrten in der Stadt profitieren können,
ist bereits seit ein paar Jahren und offenbar mit grossem Erfolg
in Betrieb. Den Abschluss eines langen Tages machte ein reiches,
ausgedehntes Nachtessen mit vielen lokalen und entsprechend für
die meisten unbekannten Spezialitäten, zu welchem die Turiner
Stadtbehörden eingeladen hatten.
13. Oktober: Torino - Asti - Alessandria - Acqui Therme - Savona
Dass am anderen Morgen das Aufstehen manchem schwer fiel und
der Appetit trotz einladendem Morgenbuffet fehlte, erstaunt in
Anbetracht dieses ausgedehten Festenssens nicht. Dennoch konnte
die nächste lange Tages-Etappe ziemlich pünktlich und
mit Sonnenschein im Gesicht in Angriff genommen werden. Nicht
rassig, denn dazu war der Morgenverkehr in Turin viel zu dicht.
In Asti, dem nächsten Halt, befand sich die Ladestelle wenig
attraktiv auf einem tristen Parkplatz ausserhalb der Stadt. Zur
grossen Überraschung der Teilnehmer wurden sie jedoch von
den «Sbandieratori del Palio dAsti» in ihrer
traditionellen Kleidungung willkommen geheissen. Mit ihrem prächtigen
Fahnenschwingen zu den Klängen der Trommel boten sie während
der einstündigen Ladepause eine eindrückliche Vorstellung.
Dann ging es weiter Richtung Alessandria. Der erste Halt war im
Polytechnikum, wo die Fahrzeuge geladen wurden und den Teilnehmern
ein Freiluft-Lunch im Garten geboten wurde, zu dem Professor Paolo
Ferraris eingeladen hatte, der der dort elektrische Antriebssysteme
entwickelt. Nach dem Essen wurden alle Fahrzeuge gewogen, um für
die Schlusswertung exakte Werte zu haben. Dann setzte sich der
Elektro-Tross Richtung Piazza de la Liberta in Bewegung, wo die
Fahrzeug ausgestellt wurden und alle Teilnehmer von derr Bürgermeisterin
von Alessandrisa, Frau Francesca Calvo, ein Geschenk der Stadt
erhielten. Die Fahrzeuge fuhren dann im Kreis um den Platz herum,
um ihre Geräuschlosigkeit zu demonstrieren, und wurden dann
von der Polizei bis zur Stadtgrenze geleitet zur Weiterfahrt in
strahlendem Sonnenschein durch die schöne italienische Landschaft
zum alten Bäderort Acqui Terme. Die zweistündige Ladepause
als Gast der ENEL gab den Teilnehmern die Möglichkeit, Einkäufen
im Stadtzentrum zu tätigen oder ein wenig vom Wasser der
berühmten heissen Quelle zu versuchen. Am Nachmittag nahmen
die Fahrzeuge dann die Hügel des Appenins in Angriff. Auf
der Fahrt hinunter nach Savona konnten die Fahrerinnen und Fahrer
dann den ersten Blick auf das Mittelmeer werfen. Die Ladestation
wurde auf dem Gelände der lokalen Busunternehmung ACTS bereitgestellt,
die im Rahmen des Sagittaire-Projektes zurzeit Hybridbusse beschafft.
14. Oktober: Savona - Imperia - Monte Carlo
Vor dem Start um 10.00 Uhr hatten die Bewohner von Savona
die Gelegenheit, die auf der zentralen Piazza Mameli in Reih und
Glied aufgestellten Fahrzeuge zu bewundern. Die Stadtpolizei geleitete
die Fahrzeuge dann zur Stadtgrenze, von wo aus die Fahrt auf der
Via Aurelia, der alten Römerstrasse von Rom entlang der Küste
Richtung Norden, weiterging. Die gewundene Strasse durch malerische
Küstenorte erlaubte zwar keine hohen Geschwindigkeiten, bot
aber phantastische Ausblicke auf die Küste der Riviera. Während
der Mittagszeit offerierte die ENEL auf der Piazza della Vittorio
in Imperia die Ladestation. Am Nachmittag gelangten die Fahrzeuge
über die französische Grenze nach Menton und erreichten
schliesslich das Fürstentum Monaco. Zum letzten Mal wurden
alle Fahrzeuge gemeinsam aufgeladen.
15. Oktober: Monte Carlo
Der Morgen setzte den Schlusspunkt unter die Transeuropean: Bei
der offiziellen Siegerehrung am Quai von Monaco wurden die Schlussergebnisse
vorgestellt und die Preise aufgrund des Energieverbrauchs der
Fahrzeuge vergeben.
In Kategorie IV, den Zweiradfahrzeugen, wurde das couragierte
Team aus Modena geehrt. Drei ihrer Elektro-Muskelkraftfahrzeuge,
die Fahrräder «Merida» und «Mercedes»
sowie das Dreiradfahrzeug «Giona» hatten die gesamte
Strecke Brüssel Monte Carlo ohne Probleme zurückgelegt.
In der Kategorie III bis 350 kg, ging der Preis an den
einzigen Teilnehmer in dieser Kategorie, das «Twike».
Auch in der Kategorie über 1500 kg gab es nur einen
Teilnehmer: ausgezeichnet wurde der «Mercedes Benz Vito
108 E» mit Zebra-Batterien.
In der Klasse 750 bis 1500 kg, in der die meisten Teilnehmer
gestartet waren, wurden die Preise auf Prototypen und Serienfahrzeuge
aufgeteilt. Bei den Prototypen schaffte es Axel Krause mit seinem
«Comminication Evergreen» mit einem Energieverbrauch
von nur 99 Wattstunden pro Tonnenkilometer sogar noch, die 100er
Grenze zu unterschreiten. Bei den Serienfahrzeugen erzielte der
Elektromobil-Club von Monte Carlo mit einem Peugeot 106 mit 124
Wattstunden pro Tonnenkilometer den niedrigsten Energieverbrauch.
Eine besondere Erwähnung verdiente ein weiterer, von der
VUB-Citelec gesteuerter Peugeot 106, der mit 31 Stunden und 16
Minuten die kürzeste Gesamtfahrzeit aller Teilnehmer erreicht
hatte. Die beiden zuletzt genannten Fahrzeuge nahmen dann am folgenden
Tag auch an der Rallye von Monte Carlo für Elektrofahrzeuge
teil.

Monaco |

Comminication Evergreen |

Ligier |

Mercedes-Benz Vito |
Positive Ergebnisse
Neben der Demonstration der Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit
der Fahrzeuge bei den Serienfahrzeugen traten keinerlei Probleme
auf sind bereits jetzt als weitere wichtige und positive Ergebnisse
der Transeuropean die Kontakte unter den meist fachkundigen Teilnehmern
und auch die Kontakte zur Bevölkerung insbesondere zu den
Behörden der Etappenorten zu nennen, bei denen für das
Elektrofahrzeug geworben werden kann.
Ein Hauptergebniss der Transeuropean war dann auch die Demonstration,
dass Elektrofahrzeuge in städtischen und ausserstädtischen
Bereich in Verbindung mit einer entsprechenden Infrastruktur gut
einsetzbar sind. Die Verfügbarkeit von öffentlich zugänglichen
Ladestationen, die aus einfachen Steckdosen bestehen können,
erhöht die betriebliche Flexibilität der Elektrofahrzeuge
ganz beträchtlich. Fahrten über längere Strecken
können durch die Bereitstellung von Ladeanschlüssen
zur Schnelladung oder beschleunigten Ladung noch erheblich vereinfacht
werden, wobei natürlich höhere Anschlussleistungen erforderlich
sind.
Der Anlass ist auch ein Beweis für die Zuverlässigkeit,
die die Elektrofahrzeuge heute erreicht haben, traten doch bei
keinem der teilnehmenden Fahrzeuge ernsthafte mechanische oder
elektrische Probleme auf, und dies auf einer Gesamtstrecke von
über 1500 Kilometern mit allen Arten von Verkehr: Stadtstrassen,
Vorstadtboulevards, Landstrassen und Pässe.
Weiterfahrt
Die Tour führt am Montag von Mendrisio über weiteren
drei Tagesetappen Torino - Savona zum Rendez-vous der Elektrofahrzeuge
weiter nach Monte Carlo.
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