ECS

Transeuropean'98

9.10.1998

Energiewertung
Informationen
en français

CITELEC

Transeuropean gestartet

Am Samstag, 3. Oktober nahmen in Brüssel 18 Elektrofahrzeuge die rund 1400 Kilometer lange Strecke der Transeuropean unter die Räder. Die Demonstrationsfahrt durch sieben Länder verbindet drei Elektromobil-Grossanlässe, nämlich das Electric Vehicle Symposium vom 29. September bis 3. Oktober in Brüssel, die ExpoVEL in Mendrisio vom 9. bis 11. Oktober und das internationale Elektromobil-Rendez-vous vom 15. bis 19. Oktober in Monte Carlo mit Ausstellung, Forum und der Rallye Monte Carlo für Elektromobile.

Das Teilnehmerfeld der Transeuropean ist bunt gemischt: Es beginnt mit einer Gruppe italienischer Studenten, die mit zwei Elektro-Bikes, einem Elektroroller sowie zwei dreirädrigen Vehikel mit Pedal- und Zusatz-Elektroantrieb an den Start gingen, umfasst ferner das bekannte Twike, mehrere Peugeot 106 und Citroën Saxo électrique, einen Ligier-Optimax, einen Renault Express, einen Mini Comminication mit Ni/Cd-Batterien, einen Honda EV plus und schliesslich einen Vito mit Zebra-Batterien.

3. Oktober: Brüssel - Namur

Nach dem Start im 1-Minuten-Abstand vor dem Ausstellungsgelände Heysel in Brüssel mussten sich die einzelnen Fahrzeuge anhand des Road-Books selbst den Weg durch Brüssel und dann weiter Richtung Namur im Süden von Brüssel suchen. Bei etlichen Teams gab es dabei erste Schwierigkeiten und Umwegfahrten. Unterwegs warfen dann die hügeligen Strassen in den Ardennen manche Energieberechnung über den Haufen und brachten auch Fahrzeuge, für die die 66 Kilometer lange Strecke normalerweise keine besondere Herausforderung darstellt, an an die Grenze der Batteriekapazität.

Wenn auch etwas später als vorgesehen erreichten schliesslich doch alle Teilnehmer den Etappenort Namur, wo das Elektrizitätsunternehmen Elektrabel die Fahrzeuge mit Strom und die Fahrerinnen und Fahrer mit einem herzlichen Imbiss bestens versorgte.

   Namur

4. Oktober: Namur - Marche - Bastogne - Luxembourg

Trotz ausgesprochen kaltem Wetter mit zeitweisem Nieselregen fand die Fahrt in bester Stimmung am Sonntagmorgen ihre Fortsetzung. Wiederum zehrten die hügeligen Strassen an den Energievorräten, sodass die meisten Teilnehmer von den eingeschalteten Ladestops Gebrauch machten: Das Kleinstädtchen Marche-en-Famenne war zwar noch recht ausgestorben, vermittelte aber doch einen ersten Eindruck von seinem malerischen Charme. Im zweiten Etappenhalt in Bastonge unmittelbar bei einem als Denkmal an die Ardennenschlacht ausgestellten US-Panzer fand sich dann aber zahlreiche Zuschauer ein, die die Elektrofahrzeuge ausgiebig bestaunten.

 Das Ziel des Tages bildet Luxembourg, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von den Verkehrsbetrieben, dem Elektrizitätsunternehmen und der Energieagentur aufs herzlichste willkommen geheissen wurden: Sie hatten Gelegenheit, das äusserst sehenswerte Tram-Museum mit zahlreichen Objekten, zum Teil aus dem vorigen Jahrhundert, zu besichtigen und wurden anschliessend im Tramdepot mit Luxemburgischen Spezialitäten verwöhnt. Besonders interessant war auch die Fahrt und Besichtigung eines der drei in Luxembourg mit gutem Erfolg eingesetzten Hybrid-Busse. Angeregte Gespräche unter den Teilnehmern aus den verschiedenen Ländern und mit den Gastgebern rundeten den angenehmen Abend ab.

   Luxembourg

5. Oktober: Luxembourg - Metz - St. Avold - Saarbrücken

Der dritte Reisetag begann mit einem Empfang im Rathaus in Luxembourg, wo den Teilnehmern die besten Wünsche für die weitere Fahrt mit auf den Weg gegeben wurden.

Die Fahrt führte anschliessend nach Metz, der Hauptstadt der Region Lorraine, wo die Fahrzeuge von zahlreichen Elektromobilen, die bei verschiedenen Behörden von Metz im Dienst stehen, und die Fahrerinnen und Fahrer von einer Delegation des Stadtrates willkommen geheissen wurden. Auf der Weiterfahrt mit einem kurzen Zwischenhalt in St. Avold zeigte sich dann sogar ein wenig Sonne.

In Saarbrücken, einer der beiden Citelec-Städte Deutschlands, wurden die Teilnehmer ebenfalls bei einem Empfang im historischen Festsaal des Rathauses aufs herzlichste willkommen geheissen.

6. Oktober: Saarbrücken - Saverne - Strasbourg

Nach einer für manche Teilnehmer kurzen Nacht wurden am frühen Morgen alle Fahrzeuge malerisch vor dem Kongresszentrum in Saarbrücken aufgestellt und punkt 10.00 Uhr gab dann der Saarbrücker Bürgermeister persönlich das Startzeichen. Die Fahrt führte über anspruchsvolle 84 Kilometer nach Saverne, wo zahlreiche Teilnehmer trotz einsetzendem Dauerregen die Möglichkeit zur Besichtigung des Schiffshebewerks benutzten. Zum Einrichten der Ladestation musste etwas improvisiert werden, dennoch konnten in der rund dreistündigen Mittagspause alle Fahrzeuge mit genügend Strom für die Weiterfahrt versorgt werden.

   Saarbrücken

Im Etappenziel Strassbourg legten zahlreiche Teilnehmer eine Ehrenrunde ein, bis der erste Sammelplatz auf dem Place de l'Etoile gefunden war. Nach einem Empfang im Rathaus, bei dem die Fahrerinnen und Fahrer u.a. vom Präsidenten der Citelec begrüsst wurden, und nach der Weiterfahrt zur Ladestation bei der Electricité de Strasbourg konnten die Teilnehmer dann per Bus zum etwas ausserhalb gelegenen Hotel transportiert werden in der Stadt selbst waren alle Hotels von den Europaparlamentariern belegt. Den Abschluss des Tages bildete die Einladung der Staadt und der Electricité de Strasbourg zum Nachtessen mit Original elsässischem Sauerkraut.

   Saverne

7. Oktober: Strasbourg - Colmar - Basel

Zum offiziellen Start in Strasbourg verschoben sich die Fahrzeuge in Kolonnenfahrt zum Place Kleber im Zentrum der Stadt, wo sie noch während einer Stunde von Interessenten bestaunt wurden. Die erste Teiletappe des Tages führte dann über lange 82 Kilometer durchs Elsass, war aber topfeben und konnte von allen Teilnehmern gut bewältigt werden. Zum Ladehalt in Colmar wurden die Fahrzeuge wieder direkt im Zentrum aufgestellt, wo sich zahlreiche Interessenten im Detail über die neue Technik informieren liessen. Auch die Stadt Colmar liess es sich nicht nehmen, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem Empfang ins Rathaus einzuladen.

 Von Colmar ging es dann weitere rund 80 Kilometer bis nach Basel. Das Etappenziel Hilton beim Bahnhof SBB konnte wegen eines enormen Verkehrsstaus in der Stadt nur mit Schwierigkeiten angefahren werden, um so einfacher war der Anschluss der Ladestation, da das Hilten bereits über eine bestens eingerichtete Infrastruktur verfügt inkl. permanente Ladestation mit Solarstromeinspeisung, die aber natürlich für die zahlreichen Teilnehmer der Transeuropean nicht ausreichte.

 Am Abend waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Apéro und Nachtessen in die Grossversuchs-Partnergemeinde Muttenz eingeladen, wo sie auch Gelegenheit hatten, mit Elektromobilfahrern aus der Region zusammenkamen und fachsimpeln und Erfahrungen austauschen konnten. In einer humorvollen Ansprache wünschte der Gemeindepräsident von Muttenz, Eros Toscanelli, dem ganzen Team eine erfolgreiche Weiterfahrt. Auch der Gemeindepräsident der zweiten Basler Partnergemeinde, Riehen, war mit einigen Vertretern seiner Gemeinde anwesend.

8. Oktober: Basel - Olten - Luzern - Altdorf

"Wieviele Höhenmeter sind es nun genau von Altdorf bis Göschenen?", "Die Leventina hinunter werden wir wohl schon eher 30% der Energie rekuperieren können und nicht nur 20%." "Wieviel Schnee hat es wohl auf dem Gotthard?" Beim Nachtessen in Altdorf domonierte der Blick nach vorne auf die kommende "Königsetappe" über den Gotthard und nicht der Tagesrückblick. Die 6. Etappe von Basel in die Zentralschweiz war ja auch eine eher ruhige. Nur am Morgen beim Kaffee-, Gipfeli-, Laugenbrötchen- und Strom-Halt in Olten wollten die zahlreichen lokalen Besucherinnen und Besucher einiges zu den Fahrzeugen und der Fahrt wissen. Empfangen wurde Tross hier vom Oltner Stadtrat Jost Bitterli sowie dem Stadpräsidenten und der Gemeinderatspräsidentin. Mehrere Medienvertreter nahmen an der kleinen Pressekonferenz teil und folgten interessiert den Ausführungen von Gemeinderat Bitterli, ECS-Präsident Wilfried Blum und Citelec-Direktor Peter van den Bossche. Dank der hervorragenden Organisation der Städtischen Betriebe Olten konnten die Gäste auch einzelne Elektrofahrzeuge probefahren. Auf besondere Beachtung gestossen sind die beiden Toyota Prius, die für alle unerwarteterweise ebenfalls für eine kurze Schnupperfahrt zur Verfügung standen. Bei diesem herzlichen Empfang verziehen es alle den lokalen Organisatoren, dass die Stromversorgung bald überfordert war.

   Olten

Die Passfahrt über den Hauenstein vor Olten und die Fahrt das Wiggertal hinauf und dem Sempachersee entlang nach Luzern strapazierte die Energiereservern ohnehin nicht besonders stark. Im Verkehrshaus der Schweiz ging dann alles routinemässig von sich. Schliesslich sind die Elektrofahrzeuge hier schon bald "Stammgäste" und ebenso oft wie gerne gesehen.

   Verkehrshaus Luzern

Nach der offiziellen Medienorientierung und nachdem das Lokalfernsehen Tele Tell seine Aufnahmen von Fahreren und einer kurzen Twike-Fahrt gemacht und das Radio Suisse Romande auf Tonband festgehalten hatte, dass man in einem Elektromobil beim Fahren nichts hört, konnten sich die Teilnehmer nach eigenem Programm verweilen: mit einem Stadtbesuch, einem Spaziergang dem See entlang oder natürlich der Besichtigung der beiden fast hundertjährigen "Ahnen" im Museum, den beiden Elektrofahrzeugen der Schweizer Firma Tribelhorn. Mehrere Fahrer nutzten aber auch die Gunst der Stunde für ein kleines Nickerchen in ihren Fahrzeugen und liessen sich dabei nicht von den vielen neugierigen Museumsbesuchern stören. Ausgeruht und locker ging es nach 17.30 Uhr dem Vierwaldstädtersee entlang weiter bis ans Etappenziel in Altdorf.

9. Oktober: Altdorf - Göschenen - Bellinzona - Mendrisio

Das Werweissen und Berechnen scheint sich gelohnt zu haben. Jedenfalls konnten alle Teilnehmer photographiert werden, wie sie die Gotthard Passhöhe überquerten, bei dickem oder leichtem Nebel, vielen oder wenigen Schneeflocken, vom ersten Vito bis zum letzten Bike. Eben, nur das Wetter liess auf dem höchsten Punkt der Fahrt zu wünschen übrig.

   Gotthard

Zumindest verwandelte die Sonne das Urner Tal in eine Postkarten-Herbstlandschaft, die in Göschenen genossen werden konnte, bis die Batterien wieder mit Energie geladen waren. Das Elektrizitätswerk Göschenen empfing die Transeuropean mit Kaffee und Gipfeli. Die meisten Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, den Energielieferanten ihrer Fahrzeuge, das Kraftwerk, zu besichtigen. Erneut versammelt waren die Fahrzeuge erst wieder in Belinzona auf der grünen aber wassergetränkten Wiese. Hier konnten die frischen Eindrücke von der genussvollen Fahrt durch die imposante Bergwelt ausgetauscht werden. Auch Zeit für eine kleine Stadtbesichtigung mit oder ohne Restaurant-Besuch blieb noch, bevor die Fahrt weiter ging.

So schnell wie möglich nach Mendrisio zu kommen, hiess die Aufgabe nun. Der Freitag-Abendstau in Lugano, verstärkt durch einen Verkehrsunfall, liess die Übung zu einem Geduldstest werden. Dank verständnisvollem Warten in Mendrisio waren dann doch alle Teilnehmer der Transeuropean im Mercato Coperto versammelt zur offiziellen Begrüssung und Eröffnung der nächsten Elektromobil-Ausstellung, der ExpoVEL. Mit dem Gemeindepräsidenten von Mendrisio, Carlo Croci, dem Dirketor des Bundesamtes für Energie, Eduard Kiener, Gaston Maggetto von der Avere und Citelec-Präsident Robert Schaal und weiteren Referenten erhielt der Anlass ein besonderes Gewicht.

   Mendrisio

10. Oktober: Mendrisio

Die Fahrerinnen und Fahrer konnten sich auf einen ruhigen Tag freuen, der Zeit liess, Mendrisio und die ExpoVEL zu besuchen. Etwas anspruchsvoller war das Programm für die Fahrzeuge, die den Tessiner Journalisten für Probefahrten zur Verfügung standen. Am Abend besammelten sich alle wieder vor dem Mercato Coperto zum Geschicklichkeitsfahren. Den Höhepunkt des Tages setzte eine vom InfoVEL gestiftete Fahrt mit einem von einer Dampflock gezogenen Zug bis zur italienischen Grenze und wieder zurück, während welcher das Nachtessen in einer speziellen Ambiance genossen werden konnte. Und der Abend wurde zur Abwechslung nicht einmal allzu lange.

11. Oktober: Mendrisio - Como - Cantù - Mendrisio

Dies war gut so, denn am Sonntag besammelten sich alle wieder frühzeitig zur Rundfahrt in die benachbarte Lombardei. Bereits nach der Überquerung der nahen Grenze leitete eine Polizeieskorte die Transeuropean zur Piazza Cavur im Herzen von Como. Hier fand die Ankunft des Marathon statt, zu welchem Anlass die Fahrzeuge der Transeuropean zusammen mit Elektrofahrzeugen der Gemeinde Como inklusive einem Elektrobus ausgestellt waren.Vor dem Lunch-Buffet hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, die Sonne am Seeufer zu geniessen. Nach all dem kühlen und nassen Wetter war dies eine äussert willkommene Abwechslung.
Nach dem Mittagessen rollte die Fahrzeugkaravane nach Cantù, wo sie eine Stunde lang auf der Piazza Garibaldi von den zahlreich erschienen Interssierten bestaunt werden konnten. Zurück in der Schweiz schloss ein weiteres Geschicklichkeitsfahren den Ausflug ab. Beim Nachtessen in einem Grotto in Mendrisio bei Polenta und typischen Zugaben erfuhren die Teilnehmer, dass es am Morgen wieder frühzeiztig weiter geht.

12. Oktober: Mendrisio - Novara - Torino

Fahrer und Fahrzeuge verabschiedeten sich frühzeitig von Chiasso und Mendrisio ,um bereits nach wenigen Kilometern in Gaggiolo die italienische Grenze zu überqueren. Dank der Vorankündigung vergnügten sich die Zöllner damit, die geräuschlos vorbeirollende Autokollone zu bestaunen und nur ausnahmsweise auch noch einen Blick auf die bereitgehaltenen Ausweise zu werfen.Kreuz und quer führte die Route im Piedmont durch kleine Dörfer und Städtchen, über Felder und Täler hinunter und hinauf bis nach Novara, dem ersten Ladehalt dieser Etappe. Mit Polizeieskorte ging es vom Stadtrand direkt und problemlos auf die Piazza Puccini, wo die ENEL an malerischer Stelle eine Lademöglichkeit installiert hatte.Während drei Stunden konnten die Batterien geladen, die leeren Magen gefüllt, die Altstadt besichtigt und die Sonne genossen werden.
Dass die Batterien ganz voll waren, war wichtig.Schliesslich stand mit 100 Kilometern die längste Strecke der ganzen Transeuropean auf dem Programm. Zwischen den Reisfeldern des Piedmont ging es in friedlichem Tempo zu einem kleinen Zwischenhalt mit Laden nach Chivasso rund 25 km vor Turin. Allerdings machten nicht alle von dieser zusätzlichen Lademöglichkeit Gebrauch. Mehrere Fahrzeuge erreichten das Zentrum von Turin ohne zusätzliche Energie. Vereinzelt wurde nicht einmal der Halt in Novara für ene vollständige Ladung benutzt. Mitten in Turin empfangen wurde die Gruppe bereits beim Eindunkeln auf der imposanten Piazza Vittorio Veneto, gleich anschliessend an die 20 Ladestationen für die Elektro-Mietautos der Stadt. Dieses automatisierte Mietsystem, von welchem Stadtangestellte und andere ausgewählte Interessierte für Fahrten in der Stadt profitieren können, ist bereits seit ein paar Jahren und offenbar mit grossem Erfolg in Betrieb. Den Abschluss eines langen Tages machte ein reiches, ausgedehntes Nachtessen mit vielen lokalen und entsprechend für die meisten unbekannten Spezialitäten, zu welchem die Turiner Stadtbehörden eingeladen hatten.

13. Oktober: Torino - Asti - Alessandria - Acqui Therme - Savona

Dass am anderen Morgen das Aufstehen manchem schwer fiel und der Appetit trotz einladendem Morgenbuffet fehlte, erstaunt in Anbetracht dieses ausgedehten Festenssens nicht. Dennoch konnte die nächste lange Tages-Etappe ziemlich pünktlich und mit Sonnenschein im Gesicht in Angriff genommen werden. Nicht rassig, denn dazu war der Morgenverkehr in Turin viel zu dicht.
In Asti, dem nächsten Halt, befand sich die Ladestelle wenig attraktiv auf einem tristen Parkplatz ausserhalb der Stadt. Zur grossen Überraschung der Teilnehmer wurden sie jedoch von den «Sbandieratori del Palio d‘Asti» in ihrer traditionellen Kleidungung willkommen geheissen. Mit ihrem prächtigen Fahnenschwingen zu den Klängen der Trommel boten sie während der einstündigen Ladepause eine eindrückliche Vorstellung.
Dann ging es weiter Richtung Alessandria. Der erste Halt war im Polytechnikum, wo die Fahrzeuge geladen wurden und den Teilnehmern ein Freiluft-Lunch im Garten geboten wurde, zu dem Professor Paolo Ferraris eingeladen hatte, der der dort elektrische Antriebssysteme entwickelt. Nach dem Essen wurden alle Fahrzeuge gewogen, um für die Schlusswertung exakte Werte zu haben. Dann setzte sich der Elektro-Tross Richtung Piazza de la Liberta in Bewegung, wo die Fahrzeug ausgestellt wurden und alle Teilnehmer von derr Bürgermeisterin von Alessandrisa, Frau Francesca Calvo, ein Geschenk der Stadt erhielten. Die Fahrzeuge fuhren dann im Kreis um den Platz herum, um ihre Geräuschlosigkeit zu demonstrieren, und wurden dann von der Polizei bis zur Stadtgrenze geleitet zur Weiterfahrt in strahlendem Sonnenschein durch die schöne italienische Landschaft zum alten Bäderort Acqui Terme. Die zweistündige Ladepause als Gast der ENEL gab den Teilnehmern die Möglichkeit, Einkäufen im Stadtzentrum zu tätigen oder ein wenig vom Wasser der berühmten heissen Quelle zu versuchen. Am Nachmittag nahmen die Fahrzeuge dann die Hügel des Appenins in Angriff. Auf der Fahrt hinunter nach Savona konnten die Fahrerinnen und Fahrer dann den ersten Blick auf das Mittelmeer werfen. Die Ladestation wurde auf dem Gelände der lokalen Busunternehmung ACTS bereitgestellt, die im Rahmen des Sagittaire-Projektes zurzeit Hybridbusse beschafft.

14. Oktober: Savona - Imperia - Monte Carlo

Vor dem Start um 10.00 Uhr hatten die Bewohner von Savona die Gelegenheit, die auf der zentralen Piazza Mameli in Reih und Glied aufgestellten Fahrzeuge zu bewundern. Die Stadtpolizei geleitete die Fahrzeuge dann zur Stadtgrenze, von wo aus die Fahrt auf der Via Aurelia, der alten Römerstrasse von Rom entlang der Küste Richtung Norden, weiterging. Die gewundene Strasse durch malerische Küstenorte erlaubte zwar keine hohen Geschwindigkeiten, bot aber phantastische Ausblicke auf die Küste der Riviera. Während der Mittagszeit offerierte die ENEL auf der Piazza della Vittorio in Imperia die Ladestation. Am Nachmittag gelangten die Fahrzeuge über die französische Grenze nach Menton und erreichten schliesslich das Fürstentum Monaco. Zum letzten Mal wurden alle Fahrzeuge gemeinsam aufgeladen.
15. Oktober: Monte Carlo
Der Morgen setzte den Schlusspunkt unter die Transeuropean: Bei der offiziellen Siegerehrung am Quai von Monaco wurden die Schlussergebnisse vorgestellt und die Preise aufgrund des Energieverbrauchs der Fahrzeuge vergeben.
In Kategorie IV, den Zweiradfahrzeugen, wurde das couragierte Team aus Modena geehrt. Drei ihrer Elektro-Muskelkraftfahrzeuge, die Fahrräder «Merida» und «Mercedes» sowie das Dreiradfahrzeug «Giona» hatten die gesamte Strecke Brüssel ­ Monte Carlo ohne Probleme zurückgelegt.
In der Kategorie III bis 350 kg, ging der Preis an den einzigen Teilnehmer in dieser Kategorie, das «Twike». Auch in der Kategorie über 1500 kg gab es nur einen Teilnehmer: ausgezeichnet wurde der «Mercedes Benz Vito 108 E» mit Zebra-Batterien.
In der Klasse 750 bis 1500 kg, in der die meisten Teilnehmer gestartet waren, wurden die Preise auf Prototypen und Serienfahrzeuge aufgeteilt. Bei den Prototypen schaffte es Axel Krause mit seinem «Comminication Evergreen» mit einem Energieverbrauch von nur 99 Wattstunden pro Tonnenkilometer sogar noch, die 100er Grenze zu unterschreiten. Bei den Serienfahrzeugen erzielte der Elektromobil-Club von Monte Carlo mit einem Peugeot 106 mit 124 Wattstunden pro Tonnenkilometer den niedrigsten Energieverbrauch. Eine besondere Erwähnung verdiente ein weiterer, von der VUB-Citelec gesteuerter Peugeot 106, der mit 31 Stunden und 16 Minuten die kürzeste Gesamtfahrzeit aller Teilnehmer erreicht hatte. Die beiden zuletzt genannten Fahrzeuge nahmen dann am folgenden Tag auch an der Rallye von Monte Carlo für Elektrofahrzeuge teil.


Monaco

Comminication Evergreen

Ligier

Mercedes-Benz Vito

Positive Ergebnisse

Neben der Demonstration der Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge bei den Serienfahrzeugen traten keinerlei Probleme auf sind bereits jetzt als weitere wichtige und positive Ergebnisse der Transeuropean die Kontakte unter den meist fachkundigen Teilnehmern und auch die Kontakte zur Bevölkerung insbesondere zu den Behörden der Etappenorten zu nennen, bei denen für das Elektrofahrzeug geworben werden kann.
Ein Hauptergebniss der Transeuropean war dann auch die Demonstration, dass Elektrofahrzeuge in städtischen und ausserstädtischen Bereich in Verbindung mit einer entsprechenden Infrastruktur gut einsetzbar sind. Die Verfügbarkeit von öffentlich zugänglichen Ladestationen, die aus einfachen Steckdosen bestehen können, erhöht die betriebliche Flexibilität der Elektrofahrzeuge ganz beträchtlich. Fahrten über längere Strecken können durch die Bereitstellung von Ladeanschlüssen zur Schnelladung oder beschleunigten Ladung noch erheblich vereinfacht werden, wobei natürlich höhere Anschlussleistungen erforderlich sind.
Der Anlass ist auch ein Beweis für die Zuverlässigkeit, die die Elektrofahrzeuge heute erreicht haben, traten doch bei keinem der teilnehmenden Fahrzeuge ernsthafte mechanische oder elektrische Probleme auf, und dies auf einer Gesamtstrecke von über 1500 Kilometern mit allen Arten von Verkehr: Stadtstrassen, Vorstadtboulevards, Landstrassen und Pässe.

Weiterfahrt

Die Tour führt am Montag von Mendrisio über weiteren drei Tagesetappen Torino - Savona zum Rendez-vous der Elektrofahrzeuge weiter nach Monte Carlo.