Stand der Technik Park&Charge 2009
Park&Charge Schweiz hat flächendeckend in Übereinstimmung
mit IEC
61851-1 alle Standorte mit Steckdosen gemäss "Mode
1" ausgerüstet. In der Regel bedeutet das pro Standort
zwei Steckdosen IEC 309-2 (CEE 16A 1-Phase) blau, sowie eine nationale
Steckdose Typ 13 oder 23, 13A. Alle Steckdosen sind mit LS-FI
geschützt. An den Hauptverkehrsachsen Autobahn A1/A2 sind
im Abstand von ca. 50km additional Steckdosen nach "Mode
3 dedicated up to 32A 1-phase" installiert. Die Planung
für den Ausbau des Park&Charge Systems in der Schweiz,
aus dem Jahr 2000, ist immer noch aktuell und wird weiter verfolgt.
Diese vorgängigen Aussagen, betreffend Ausrüstung der
Standorte, gelten auch für das System Riparti
(ehemals Park&Charge) in der Südschweiz, Park&Charge
Deutschland (teilweise nur 2 Steckdosen, Nationale Steckdose:
Schuko) Niederlande und Österreich.
Es bestehen weitere Netzwerke, auf mehr informeller Basis, in
verschiedenen Ländern. Die Zugänglichkeit und Betriebssicherheit
dieser Systeme ist teilweise nicht sehr hoch. Das LEMnet
weist für ganz Zentraleuropa die meisten Standorte aus. In
Deutschland, Dänemark, Österreich und der Schweiz macht
sich seit einiger Zeit ein Drehstrom-Netz
breit, welches aber nicht unbedingt frei zugänglich ist,
und sich vorwiegend auf Privatpersonen stützt. Verwendet
werden in diesem Netz Drechstromstechdosen IEC 309-2 (CEE 16A
3-Phase) rot. In Österreich bemüht sich Euro
Solar Austria um die Einrichtung von um den Aufbau eines Steckdosen-Netzes
vergleichbar mit LEMnet.
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National Plugs/ Nationale Steckdosen
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IEC 309-2
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Schuko
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Belgien
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T13/ 23 CH
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CEE 16A 1-Phase
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CEE 16A 3-Phase
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Vorteile:
- National unbeschränkt verfübar
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Vorteile:
- ungeschaltet bis zur doppelten Nominalleistung Einsetzbar
- hohe Betriebssicherheit
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Nachteile:
- Nicht für hohe Ströme ausgelegt
- Brandgefahr
- niedrige Personen- und Betriebssicherheit
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Nachteile:
- geringe Verbreitung
- im Haushaltsbereich unüblich
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Neuere Standorte in der Schweiz (ab ca. 2000) wurden mit Zuleitungen
5x10mm2 versehen. Bei Standorten welche vor dieser Zeit installiert
wurden, muss mit wesentlich geringeren Querschnitten gerechnet
werden. Ein Aufrüstung auf Standart "Mode 3" dürfte
an diesen Stanorten nur mit höherem Kostenaufwand möglich
sein.
In Zukunft ist vermehrt mit Fahrzeugen zu rechnen welche eine
Ladeinfrastruktur gemäss IEC: "Mode 3" 3-phasig
(22kW) benötigen.
Kriterien für die Zukunft
Welche Befindlichkeiten und Gruppen werden in der Zukunft für
die Auslegung und Definierung von Elektrofahrzeugen und Ladeinfrastruktur
massgeblich sein:
Die Benutzer oder Kunden
- einfacher kostengünstiger Zugang zu einem Einheitlichen
Flächendeckenden Ladesystem
- einfache Handhabung
- genügende Reichweite
- möglichst kurze Ladezeiten
- Aufladen der Fahrzeugbatterie zu Hause, bei der Arbeit, auf
Reisen
Die Hersteller der Fahrzeuge
- Produktionssicherheit
- klare Regeln für Ladegeräte, und Verbindungseinrichtungen
zum Netz
- niedrige Produktionskosten für den gesammten elektrisch
Teil
- grosse Reichweiten und schnelle Tankvorgänge (es wird
immer das konventionelle Verbrennungsmotor Fahrzeug zum vergleich
herangezogen)
- weltweiter Absatzmarkt, keine Nischenprodukte
- niedrige Risiken im Garantiebereich
Netzbetreiber/ Energiedienstleister
- "Load Balancing" Netzsteuerung mittels Regelleistungssenken,
durch einflussnahme auf die Betreibszeiten von grossen Verbrauchern
(beschränkung der Ladezeiten)
- Netzsteuerung mittels Regelleistungs Reserven wie SPVN
oder "Vehicle to Grid"
- Abrechnungssicherheit, Elektrische Energie ist ein Produkt
und will verkauft werden.
- niedrige Investitionskosten welche auch amortisiert werden
können
- niedrige Kosten bei Unterhalt und Service
- hohe Betriebssicherheit
Staat/ Gemeinwesen
- gewärleistung der Infrastruktur Strasse
- Steuereinnahmen/ Mineralölsteuerersatz (sind noch nicht
klar bei Elektrofahrzeugen)
- Verkerssicherheit/ Öffentliche Sicherheit (Risikobatterien)
- verschiedene Mobilitätsbedürfnisse zu einander in
Einklang bringen
Man sieht sehr schnall das hier Interessen teilweise Diametral
entgegenlaufen. Am Schluss wir der kleinste gemeinsame Nenner
die Lösung werden. Wie kann dieser aussehen?
- On-Board Ladegeräte mit flexibler Leistung und
Phasenspannung von 100 - 250 Volt, welche sich automatisch an
die zur Verfügung stehende Leistung bzw. Steckdose anpassen.
Da Ladegeräten zur Zeit noch mit Preisen von 500.-- bis
800.-- € pro kW Ladeleistung hergestellt werden können
wird sich bei den On-board Ladegeräten am ehesten eine
Obergrenze von ca. 11kW einstellen (Mode 1 oder 3, 16 A, 3-phasig).
Diese Grösse sollte auch für die Netzbetreiber keine
grösseren Probleme bei der Netzregulierung darstellen.
Ein solcher Anschluss ist auch für Personen mit geringem
technischen Verstäntniss noch händelbar. Es drängt
sich deshalb aus Kundensicht eine Stufung der Ladegeräte
in Schritten von 3.6 kW auf. Diese Stufung erlaubt es den Automobilherstellern
modular auf unterschiedliche Kundenwünsche einzugehen.
- Off-Board Lademöglichkeiten für Normal-
oder Schnellladung müssen zum einen auf verschiedenste
Fahrzeugtypen und Batterien eingerichtet sein und die entsprechenden
Betriebsbestimmungen der einzelnen Hersteller erfüllen.
Mit solchen Geräten sind Schnellladungen von Fahrzeugbatterien
bis zu einem Füllgrad von ca. 80% bis in manchen Fällen
90% möglich. Die Schluss oder Endladung benötigt
bei den meisten Batteriesystemen erheblich mehr Zeit, da in
dieser Phase nur noch mit kleinen Strömen gearbeitet
werden kann. Solche Einrichtung ziehn kurzzeitig sehr hohe
Energiemengen aus dem Netz und gefärden dadurch die Netzstabilität.
- Eine Sinnvolle und für alle Beteiligten machbare Lösung
für eine Schnellladung entsteht wenn man eine solche
Ladestation als SPVN
Anlage aufbaut. Eine Solche Anlage kann als Netzleistungsreserve
mit Solar- und/oder Windenergiespeisung fungieren und bezahlt
ihre Investitionskost schon alleine durch diesen Betreib, ein
Abfallprodukt ist dabei die Schnelllademöglichkeit von
Elektrofahrzeugen. Dabei dient die Batterie der SPVN Anlage
als "Dumme" Spannungsquelle, d.h. sie verfügt
über keinerlei Inteligentz. Die gesamte Steuerung des Ladeprozesses
erfolgt durch das Fahrzeug, damit sind auch etwelche unangenehme
Fragen betrefffend Garantiebestimmungen der Fahrzeug- Batteriehersteller
aus dem Weg geräumt. Bestehende Tankstellen verfügen
über die entsprechenden Platzverhältnisse auf ihren
Dächern und sind eine prädestinierte Zielgruppe für
solche Installationen.
"Vehicle to Grid"(VtG) bedeutet das viele
Elektrofahrzeuge als Netzleistungsreserve im Netz arbeiten
sollen. Macht das Sinn? Nein! Warum nicht?
- Für einen solchen Betrieb sind Bidirektionale Ladegeräte
notwendig. Solche Ladegerät sind teurer als herkömmliche
und noch nicht am Markt erhältlich.
- Die Einnahmen die aus einem solchen Betrieb generiert
werden können belaufen sich auf max. ein paar hundert
Euro pro Jahr. Wenn im Fahrzeug eine Batterie verwendet
wird die eine Zyklenabhängige Lebensdauer hat, sind
die Einnahmen aus dem Betrieb als Netzleistungsreserve
nicht annähernd so hoch um den Verlust an Lebensdauer
auszugleichen. Bei ungefähr 1000 bis 1500 möglichen
Zyklen einer herkömmlichen Batterie, würde der
Betrieb als VtG die Zyklenzahl pro Jahr um 200 bis 250
reduzieren, was eine massive verminderung der Lebensdauer
bedueten würde. Ausserdem tangiert ein solcher Betrieb
die Garantiebestimmungen des Fahrzeug-/ Batterieherstellers.
Nur bei Fahrzeugbatterien welche eine Kalendarische Lebenszeit
aufweisen kann man mit viel mühe dem System VtG etwas
abgewinnen, jedoch lassen in letzter Zeit diese Batterietypen
bezüglich Standfestigkeit im allgemeinen Betrieb
sehr zu wünschen übrig, was einen Umfassenden
Einsatz dieser Typen in naher Zukunft eher unwahrscheinlich
macht.
- Für den Betrieb als VtG benötigt das Fahrzeug
und die Stechdose an welchem dieses Angeschlossen ist
eine Umfangreiche Logistik.
- Die aus diesem Betrieb gewonnene Energiereserve ist
pro Einheit zu gering um einen Wirtschaftlichen Betrieb
zu garantieren, speziell wenn um eine einigermassen akzeptable
Autonomie des einzelnen Fahrzeugs zu erhalten nicht die
ganze Batteriekapazität sondern nur 20 bis max. 50
% der Energie für die Netzleistungsreserve eingestzte
werden können.
Betrachtungen der Kostenseite
Bei heute gebräuchlichen Elektrofahrzeugen bewegt sich die
Batteriekapazität zwischen 3 und 11 kWh. Dies bedeutet bei
einer Vollladung Energiekosten von 0.5 - 2 € pro Ladung.
Bei zukünftigen Fahrzeugen mit ca. 22- 25 kWh Batterieleistung
erreichen wir in etwa Umsätze von max. 4 € pro Ladevorgang.
Bei der Momentan noch relativ geringen Fahrzeugdicht ergibt das
einen Umsatz pro Jahr und Tankstelle von 20 bis 150 €.
Die reinen Materialkosten für eine Tankstelle betragen heute
zwischen 500 und 4000 €. Zuleitung und Baulichen Massnahmen
können je nach Gegebenheiten das Mehrfache an Kosten verursachen.
Die Amortisation der Tankstelle ist unter diesen Voraussetzungen
nicht ganz einfach. Die Kundschaft von Park&Charge reagiert
andererseits auf preissteigerungen sehr sensibel und brint dafür
wenig verstäntnis auf.
Was bedeutet das für die bestehende Infrastruktur?
Die Zuleitungsquerschnitte müssen in Zukunft auf 5x16mm2
ausgelegt werden, bei grösseren Abständen zur speisenden
Transformatorenstation ist unter Umständen auf 5 x 25mm2
auszuweichen (Spannungsabfall ist für einige Ladegeräte
ein Problem).
Inwieweit die verschiedenen Netzbetreiber in der Lage sein werden
die entsprechende Energie am gewünschten Ort zur Verfügung
zu stellen bleibt abzuwarten. Mit Sicherheit werden einige Netzbetreiber
im Bereich des "zu Hause ladens" Einschränkungen
bezüglich der Verfügbarkeit der Energie vorschreiben,
wie dies heute schon bei anderen grossen Energieverbrauchern geschieht
(Boiler). Im öffentlichen Bereich sind solche Massnahmen
jedoch nicht möglich, da nicht bekannt ist zu welcher Zeit
welche Energiemenge notwendig ist. Anschlüsse über 11kW
könnten unter diesen Umständen gewisse Probleme bei
der Bewilligung durch den Netzbetreiber bereiten.
Aufgrund der Platzverhältnisse in den bestehenden Standorten
besteht wenig Aussicht diese in Zukunft auf "Mode 3 dedicated
up to 32 A 3-phasen" aufzurüsten.
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